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Umgang mit unklaren oder nicht nachvollziehbaren Arztzeugnisse

Autor : Reto Wenger — Do,  21.11.2019

Grundsätzlich benötigt das Arbeitsunfähigkeitszeugnis keine bestimmte Form. Aus Beweisgründen hat sich jedoch die Schriftlichkeit etabliert.

 

Folgende Anforderungen muss das Arbeitsunfähigkeitszeugnis erfüllen:
  • Leserlich
  • Name, Vorname und Geburtsdatum des Patienten
  • Unterscheidung Krankheit und Unfall
  • Grad der Arbeitsunfähigkeit soll zwischen Präsenz und Leistung unterscheiden
  • Kontaktdaten und Unterschrift des Arztes
  • Dauer, Beginn und Ende der Arbeitsunfähigkeit
  • Fall das Ende nicht bekannt ist, muss der Termin der nächsten Beurteilung bekannt gegeben werden


Dem Arbeitgeber wird empfohlen, die Arztzeugnisse zehn Jahre aufzubewahren. 

 

Es kommt immer wieder vor, dass ein Arbeitsfähigkeitszeugnis schwer zu interpretieren oder umzusetzen ist. Es gibt auch Fälle, bei welchen das Zeugnis generell angezweifelt wird. In diesen Fällen wird empfohlen, als Erstes das Gespräch mit dem Arzt zu suchen. Der Arzt ist an die Schweigepflicht gebunden. In der Regel ist er jedoch für wichtige Informationen zur Arbeitsplatzsituation oder den Einsatzmöglichkeiten sehr dankbar und dies kann zu klärenden Folgebesprechungen zwischen dem Arzt und dem Patienten führen.

 

Sollte dies nicht akzeptiert werden oder gelingen, bietet der Kanton Solothurn die Vermittlung bei der Ombudsstelle an. Auch in den anderen Kantonen wird eine solche Hilfe angeboten. Auf folgender Webseite können die Kantonalen Ärztegesellschaften gesucht werden.

 

Sollten diese Schlichtungsversuche misslingen, bleibt als Letztes nur die vertrauensärztliche Untersuchung. Auch hier werden aufgrund des Arzt-
geheimnisses nur Aussagen über die Arbeitsunfähigkeit gemacht. Die Kosten
für die Untersuchung müssen vom Arbeitgeber getragen werden. Sollte es
auch hier zu keiner Einigung führen, bleibt nur noch der Rechtsweg übrig.


Wir hoffen, dass diese Schritte bei einer Arbeitsunfähigkeit gar nicht erst notwendig sein werden.

Wir sind überzeugt, hiermit wichtige Tipps für den Notfall mitgeteilt zu haben.